Das Weberhandwerk ist tief in die Gene der Familie Nagler eingeschrieben. Seit 1857 werden hier, in Pederoa Wengen hochwertige Stoffe designt und gewebt. Geändert hat sich die Technologie der Webstühle, die Muster und Motive, das textile Leistungsspektrum – nicht aber die Leidenschaft am Handwerk. Heute arbeiten hier Berater, Designer und Weber, Näherinnen und Tapezierer unter einem Dach. Hand in Hand.
Künstler, Handwerker und wissbegierige Forscher. Seit jeher galten die Naglers im Südtiroler Gadertal als Experten in Sachen Stoffherstellung. Einst zogen sie mit ihren Handwebstühlen von Hof zu Hof, um die Wolle und den Flachs der heimischen Bauern zu verarbeiten. Heute, sechs Generationen später, gilt der Firmensitz in Pederoa Wengen als Zentrum textiler Fachkompetenz. Das Handwerk und die Leidenschaft sind unverändert geblieben. Nur die Webtechnik hat sich mit den modernen Jacquard-Webstühlen geändert. Und mit der Zeit auch das Angebot, das durch die Verarbeitung der Stoffe zu Heimtextilien und Polstermöbeln erweitert wurde. Und in einem nächsten Schritt durch die Planung und Umsetzung textiler Raumkonzepte. Das Unternehmen wird seit 2022 von Margareth Nagler und den Brüdern Felix und Max Nagler geführt. Mit altem Wissen, reichem Erfahrungsschatz und Blick in die Zukunft.
Zeugen der Zeit.
Die historischen Handwebstühle der Kunstweberei Nagler sind nach weit über 150 Jahren noch immer funktionsfähig und können in Aktion erlebt werden. Hier sieht man, welche körperliche Arbeit, welche Erfahrung im Design und in der Herstellung von Stoffen steckt. Interessantes Detail: Die einstigen Webstühle gelten als Vorläufer des modernen Computers – denn auch sie arbeiten auf der Basis des Binärsystems, indem die Muster und Motive über selbstgestanzte Lochkarten auf den Webstuhl übertragen werden.